New Page

Alec war immer noch bei Jess und wartete auf ein Wunder - sollte dies überhaupt möglich sein - und Jennifer war mittlerweile wieder zurück gekommen, wusste aber nicht so recht, was sie hier und jetzt tun sollte. Jess würde zweifelsfrei Hilfe brauchen, wenn sie aufwachen sollte - aber die Frage war eben, OB sie aufwachen würde.. Rea würde vermutlich auch Hilfe benötigen, doch sie hatte ja gemerkt, dass er noch nicht so weit war. Vielleicht würde er sich auch gar nicht helfen lassen? Sie wusste es nicht; erzwingen konnte sie es jedenfalls nicht. Also entschloss sie sich, jetzt und hier, erst einmal etwas essen zu gehen. Sie konnte ohnehin nichts tun. Beide jungen Frauen waren im Koma - keiner konnte sagen, wie lange noch, und ob sie da jemals wieder aufwachen würden - und sie fühlte sich momentan hier fehl am Platz. Also ging sie und suchte sich ein Restaurant, sie würde später wieder kommen und schauen, ob sich etwas geändert hatte, oder ob sie es vielleicht noch einmal bei Rea versuchen konnte. Alec sagte sie nicht bescheid, er merkte nicht einmal, dass sie nicht da war, beziehungsweise ging ohnehin davon aus, dass sie bei Rea sein würde.

Alec saß in der Tat die ganze Zeit seit seinem letzten Gespräch mit Rea bei Jess und wusste nicht, wohin mit seinen Gefühlen und Gedanken. Es war grauenhaft hier herum zu sitzen und nur das stetige "Tuten" des Herzmonitors zu hören, und - was beinahe noch schlimmer war - das Geräusch des Beatmungsgerätes, nachdem Jess erneut zusammen gebrochen war und wieder beatmet werden musste. Er ahnte, dass es dieses Mal sogar noch schlimmer sein würde als vor drei Jahren. Und da war es furchtbar genug gewesen, vor allem für Rea.
Alec wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er einen kurzen Ton hörte, und ein Klopfen spürte, das er als Vibration seines Handys registrierte. Er wusste, dass er hier in der Intensivstation nicht telefonieren konnte, und er beeilte sich, heraus zu gehen. Irgendwie hatte er völlig vergessen, sein Handy auszustellen.. Jetzt konnte er es ohnehin nicht mehr ändern, also ging er auf den Gang und zog es aus der Hosentasche. Er sah Saschas Name auf dem Display. Klar, dass sein Freund wissen wollte, wie es aussah. Sehr viel hatte er ihm ohnehin nicht zu erzählen...
Alec überlegte nicht lange, sondern nahm das Gespräch an. "Ja, Sascha, alles klar bei dir und den Girls?" Was besseres fiel ihm nicht ein, was sollte er auch sagen? Saschas Antwort fiel dementsprechend aus: "Um ehrlich zu sein, nich wirklich... Hat sich irgendwas geändert bei Jess und / oder Lia? Irgend eine Veränderung? Verbesserung? Die Girls fragen mich ständig danach, besonders Dana. Und sie wollen endlich zu Jess, um sie zu sehen. Also, wie sieht es aus?"

Natürlich wusste Alec, dass er eine bessere Antwort von ihm erhoffte, doch die Hoffnung musste er nun zerschlagen. Er atmete einmal tief durch, dann antwortete er: "Also um ehrlich zu sein; es ist keine gute Idee, die beiden hierher zu bringen, Kumpel. Es hätte ohnehin keinen Sinn. Weder an Jess' noch an Lias Zustand hat sich etwas geändert. Sie liegen beide im Koma... Um ehrlich zu sein glaube ich, dass Jess noch schlimmer dran ist als vor drei Jahren, nach dem.. du weißt schon.." Er musste kurz schlucken, dann fuhr er fort. Auch Sascha war ruhig, und hörte einfach nur zu: "Jess ist einmal kurz aufgewacht, als Rea bei ihr war - aber sie hatte so etwas wie einen Schock.. Ich weiß nicht genau, was das war; du hast uns ja Jennifer Goldhaar hierher geschickt, sie ist jetzt hier und als ich ihr von diesem "Schock" erzählt habe, hat sie mir erklärt, dass das wohl so etwas wie ein - wie hat sie das genannt? - Ach ja, ich glaube "Flashback", das heißt, sie hat sich an die Vergangenheit erinnert und nicht nur das, Sascha, sie hat es auch gespürt!" Ihn fröstelte immer noch, als er daran zurück dachte. "Sie hat anscheinend die Vergewaltigungen nachempfunden, als sie Rea gesehen hat.. Ich bin froh, dass er das so nicht mitbekommen hat. Er weiß nicht, warum sie so auf ihn reagiert hat, und ich möchte auch nicht, dass er das erfährt. Zumindest hoffe ich, dass Jennifer das für sich behält..."

Er hörte Sascha, der ihn fragte: "Wo ist Jennifer denn jetzt? Bei Jess?" "Nein, sie ist bei Rea, denke ich. Rea ist bei Lia, er konnte es nicht aushalten, als er erfahren hat, dass sie auch gefunden wurde; sie ist in einem Nebentrakt, der Intensivstation, da ist er jetzt, um ihr beizustehen... Im Grunde sieht es bei beiden verdammt übel aus.. Jess ist nach ihrem Zusammenbruch, also eben diesem "Flashback", wieder ins Koma gefallen - mit Atem- und Herzstillstand... Das Herz haben sie wieder zum Schlagen bekommen, aber ihre Atmung ist immer noch inaktiv.
So ähnlich wie damals.. Nur das jetzt noch etwas Erschwerendes hinzu kommt: Sie hat hohes Fieber. Vermutlich durch die Infektion, die durch die Wunden, die ihr zugefügt worden sind, entstanden ist  - Lia geht es auch nicht besser. Hinzu kommt, außerdem, dass durch die hohe Drogenmenge im Blut das Fieber nicht gesenkt werden kann.. Sie kriegen das verdammte Fieber nicht runter, Sascha... Du müsstest sie sehen: Ihr Körper ist knallrot und heiß! Ich habe eben mit einem Arzt gesprochen - Rea hat das glücklicherweise nicht mitbekommen: Sie geben ihr beinahe keine Chance, Sascha! Jess hat über 40 Grad Fieber! Und sie kriegen es nicht runter.." wiederholte er noch einmal, mehr zu sich selbst, als zu seinem Freund. Dann riss er sich wieder zusammen. "Ich weiß nicht, ob sie es überhaupt schaffen werden, ihr Fieber herunter zu bekommen. Sie geben ihr Medikamente; einmal gegen die Drogen im Blut - die Menge ist wohl immer noch zu hoch - und gegen das Fieber; aber eben genau diese Medikamente - gegen das Fieber - lässt wieder die Drogenmenge steigen... Auch, ich weiß es nicht genau, mir schwirrt der Kopf... Jedenfalls bekommen sie irgendwie weder die Drogen noch das Fieber wirklich herunter. Und wenn es weiter steigt, stirbt sie. Sie hat im "besten" Fall vielleicht noch zwei Tage  - vermutlich aber eher noch wenige Stunden, Sascha... Und wie es mit Lia aussieht, weiß ich nicht genau, aber ich habe ein Gespräch zwischen diesem Kommissar, der hier ist, und einem Arzt mitgehört, die über Lia gesprochen haben. Sie hat zwar kein Fieber, aber genau so viele Drogen im Blut, wenn nicht sogar noch mehr. Und sie hat eine Sepsis - eine Blutvergiftung. Der Arzt hat ihre Chancen auf ca. 20 Prozent eingestuft. 20 Prozent!!! Ich weiß nicht, was Rea macht, wenn nur eine von beiden stirbt, Sascha - aber wenn es sie beide erwischt... Ich glaube, das übersteht er nicht! Dann ist es wirklich gut, dass Jennifer hier ist. Und was jetzt Dana und Steffi angeht: Es ist wirklich besser, wenn sie nicht hier sind. Ich kann sie wirklich verstehen, aber es ist kein schöner Anblick. Jess sieht furchtbar aus. Wie ich bereits sagte: Noch schlimmer als vor drei Jahren. Und das war schon schrecklich genug, damals. Selbst für mich ist der Anblick hart, aber ich glaube, die beiden würden es nicht verkraften, vor allem Dana ist zu sensibel dafür. Aber auch Steffi würde es mitnehmen, denke ich. Lass sie zu Hause und kümmere dich um sie. Wenn sich etwas an ihrem Zustand ändert - oder an Lias - werde ich dir bescheid geben. So oder so.." fügte er noch leise hinzu.

Zuerst folgte Schweigen in der Leitung, dann hörte er Saschas leise, beinahe tonlose Stimme: "Das ist ja schlimmer, als ich befürchtet hatte. Mein Gott.. Die Mädchen würden sie so gerne sehen, sie möchten bei ihr sein, bei ihrer besten Freundin. Und was sage ich den Mädchen, wenn Jess - oder Lia - sterben sollten?..."
"Sascha! Hör auf! Ich hab dir gesagt, dass es ohnehin keinen Sinn für sie hat, hier zu sein! Was wollen die beiden denn hier? Abgesehen davon, dass zu viele hier sowieso nicht zu ihr können - das hier ist die Intensivstation - liegt sie im Koma! Sie hört uns ohnehin nicht. Und ich wiederhole es noch einmal: Ihr Anblick ist furchtbar! Einfach nur grauenhaft! Ich halte das schon beinahe nicht mehr aus; von Rea will ich gar nicht erst reden - was meinst du, wie die beiden sich fühlen werden, wenn sie Jess SO zu sehen bekommen? Nein! Und wenn, ich wiederhole: WENN Jess wirklich sterben sollte, dann werden sie die Möglichkeit bekommen, sie zu sehen und Abschied zu nehmen. Aber daran will und werde ich noch nicht denken. Natürlich ist es möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, so schrecklich das auch ist, aber solange ihr Herz noch schlägt, solange sie noch atmet - oder zumindest die Maschine das für sie übernimmt - solange lebt sie auch noch! Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben, Sascha. Das sind wir Jess - und auch Rea - schuldig! Sag den Mädchen, dass es besser für sie ist, da zu bleiben. Ich melde mich, wenn sich etwas an ihrem Zustand ändert - so, oder so..." Dann legte er auf. Es gab nichts mehr zu bereden oder zu erklären. Er hatte alles gesagt und nun ging er zurück zu Jess. Natürlich hatte sich an ihrem Zustand nichts geändert. Sie lag immer noch im Koma, und als er zu ihr ging und ihr Gesicht berührte, war es immer noch glühend heiß. Nein, ihr verdammtes Fieber war kein Milligrad gesunken, vielleicht war es sogar noch gestiegen? Bildete er es sich nur ein, oder fühlte es sich sogar noch heißer an als zuvor? Doch der Arzt sagte ja schon etwas von über 41 Grad... Noch mehr ging gar nicht, oder? Alec hoffte, dass er es sich nur einbildete, dann versuchte er sich abzulenken, in dem er sich wieder auf den Stuhl vor dem Bett setzte und sie erneut einfach nur anstarrte: "Werd wieder wach, Kleines.. Bitte! Tu uns allen das nicht an.. Wir könnten es nicht ertragen, wenn du uns verlassen würdest... Und Rea am allerwenigsten. Komm zurück!" Und Alec tat etwas, was er - im Gegensatz zu Rea - seit Gefühlten Ewigkeiten nicht mehr getan hatte: Er betete. Er betete zu "Etwas" da oben, was auch immer - wobei er nicht mal sicher war, ob es dieses "Wesen" wirklich gab - dass Jess es schaffen sollte. Er betete für ihre Seele. "Nimm sie uns nicht weg".. fing er an, denn er wusste nicht wirklich wie und was er sagen sollte. Doch dann flossen die Worte nur so. Er bat "Ihn" darum, sie bei ihnen zu lassen, er sagte, was für ein wunderbares Mädchen Jess war, und was sie Rea, und natürlich auch ihnen allen, bedeutete. Und dass sie es nicht verdient hatte, zu sterben. Überhaupt und vor allem nicht auf diese Weise. Und er vergaß auch nicht, Lia zu erwähnen. Dann war er fertig und konnte nur noch hoffen, dass seine "Worte" Gehör gefunden hatten. Das stetige Piepsen des Herzmonitors und das Geräusch des Beatmungsgerätes begleiteten seine Worte...

Währenddessen war auch Rea bei Lia mit den Nerven fertig. Auch bei ihm war der Punkt erreicht, wo es beinahe nicht mehr ging. Seine Dämme waren bereits gebrochen, er hatte die letzte Zeit - er wusste gar nicht mehr, wie viel Zeit eigentlich vergangen war - wieder bei Lia gesessen und geweint. Auch er hörte nur die Geräte, die sie versorgten.
Glücklicherweise hatte er das Gespräch zwischen dem Arzt und dem Kommissar nicht mitbekommen, in dem gesagt wurde, dass sie Lias Chancen höchstens auf 20 Prozent einschätzten. Er hatte immer noch Hoffnung, und natürlich betete auch er. Sowohl für Lia, als auch für Jess. Dennoch sah auch er, dass es schlecht aussah. Lia hatte kein Fieber, im Gegensatz zu Jess' rotem und heißem Körper war ihr Körper eher blass - zu blass - was wohl an der Blutvergiftung lag. Natürlich wurde ihr Körper "gewaschen" und ebenfalls im Gegensatz zu Jess' derzeitigem Zustand, war dies auch erfolgreicher. Bei Lia konnten mehr Gegenmedikamente verabreicht werden, die Drogenmenge war bereits etwas gesunken, dennoch war sie immer noch zu hoch. Dennoch fühlte er Hoffnung in sich, dass sie wenigstens etwas sank, wenig, aber stetig. Doch was den Ärzten und natürlich auch ihm Sorgen machte, war die Sepsis. Um auch diese in den Griff zu bekommen, musste Lia natürlich ebenfalls Medikamte verabreicht werden,, was natürlich nicht ganz so schlimm war wie bei Jess, aber auch Probleme verursachte. Und an ihr wurde bereits eine Blutübertragung vorgenommen. Würde das reichen? Oder brauchten sie mehr frisches Blut um ihre Blutvergiftung in den Griff zu kriegen? Sollte es so sein, würde er alles daran setzen, zu helfen. Er würde ihr sein Blut geben, wenn dies möglich war. Um ehrlich zu sein, wusste er nicht, ob ihr Blut zusammen passte, sie hatten es bis jetzt nicht getestet. Warum auch? Aber jetzt wäre er bereit, sich als potentieller Spender zur Verfügung zu stellen, sollte Lia noch mehr Blut brauchen. Vielleicht würde es ihr Leben retten?

Plötzlich von diesem Gedanken beseelt, stand er auf, wusch sich kurz einmal mit seinen Händen durch sein Gesicht, und stellte sich gerade hin. Es nutzte ihm nichts, hier durchzudrehen! Weder für ihn noch für Lia oder Jess würde sich etwas ändern, wenn er jetzt zusammen brach! Also verabschiedete er sich noch einmal kurz von Lia - auch, wenn sie ihn vermutlich nicht hörte, dennoch wollte er es sich zumindest einbilden, dass sein "Supergirl" ihn vielleicht doch hören konnte - und dann ging er aus dem Zimmer. Er erinnerte sich wieder daran, dass die Psychologin hier gewesen war, und dass er wohl nicht ganz so freundlich zu ihr gewesen war. Er wollte sich kurz bei ihr für seine wirsche Art entschuldigen, doch sie war nicht mehr da. Vermutlich war sie wieder zurück zu Jess gegangen, so, wie er es auch gewollt hatte, und es war ihm auch Recht. Wenn er sie das nächste Mal sehen würde, könnte er es immer noch tun, dachte er. Sein Magen zog sich erneut zusammen, als er an Jess dachte. Wie es ihr wohl jetzt ging? Hatte sich etwas an ihrem Zustand geändert? Lebte sie überhaupt noch? In den letzten Stunden, die vergangen waren, hatte er überwiegend an Lia gedacht. Dennoch schlug sein Herz natürlich auch für Jess, doch er wollte jetzt und hier erst einmal die Ärzte wegen seiner Gedanken zu Lia befragen, und wie die Chancen standen, mit einer erneuten Blutübertragung - seines Blutes - eventuell ihr Leben zu retten. Danach würde auch er wieder zurück zu Jess gehen. Doch erst dann. Jetzt waren Alec und vermutlich auch Jennifer bei ihr, und wenn sie aufwachen sollte - denn an etwas anderes wollte er nicht einmal denken - war sie bei den beiden auch in den besten Händen.

Rea wollte sich einen Arzt greifen um diesem seine Gedanken mitzuteilen, als er den Kommissar erblickte, der sich immer nochc hier im Krankenhaus aufhielt. Dieser kam auf ihn zu, und sein Gesicht ließ Rea erstarren. Irgend etwas kam ihm komisch vor. Zumal er scheinbar nach ihm gesucht hatte, denn als er vor ihm stand, sagte er: "Mr. Garvey.. Gut, dass ich Sie antreffe.. Haben Sie gerade mal ein paar Minuten für mich?" Etwas an seiner Stimme ließ Rea aufhorchen. "Was? Haben Sie News for me? - Irgend etwas mit die Täter?" Irgendwie hatte Rea den Verdacht, dass es daran liegen könnte, dass der Kommissar ihn hier sprechen wollte. Der Kommissar sah ihn an: "Nun, sagen wir mal so: Ich habe Informationen von meinen polnischen Kollegen, dass eine Gruppe Menschenhändler aufgegriffen wurde, nahe der polnischen Grenze. Mehr kann ich Ihnen dazu nicht sagen, das ist auch nicht der Grund weshalb ich Sie..." Er kam nicht weiter. Rea unterbrach ihn aufgeregt: "Sie haben die Drecksschweine? Und was ist mit diese Psychopath?" "Mr. Garvey, ich sagte Ihnen gerade, ich kann Ihnen nichts weiteres dazu sagen, die Untersuchungen laufen gerade. Nur soviel; es gab eine Schießerei, einige der Täter wurden dabei erschossen, andere verhaftet. Ob der Kerl dabei ist, den wir suchen, werden wir noch heraus finden müssen. Weiteres kann ich Ihnen jetzt nicht sagen. Der Grund weshalb ich Sie sprechen muss, ist folgender: Wir haben heraus gefunden, dass an der Stelle, an der Lia Dixon gefunden wurde, vermutlich auch Jessica Meurer "abgelegt" worden ist..."
Rea blickte ihn irritiert an. Er verstand gerade gar nicht, wovon der Kommissar sprach... "What, what do you mean?" fragte er, und Robert nickte verständnisvoll. "Okay, ich glaube, ich fang noch einmal von vorne an: Also, wir sind ja nun davon ausgegangen, dass sowohl Jess Meurer als auch Lia Dixon zusammen "entsorgt" worden sind. Da Jess Meurer zuerst aufgefunden wurde - im Fluss, durch das Ehepaar, das sie gerettet hat - dachten wir natürlich, dass auch Lia Dixon in den Fluss geworfen wurde. Doch dem war nicht so. Die polnischen Kollegen haben Lia Dixon einige Meter weiter in einem Waldgebiet nahe dieses Flusses gefunden - und wir haben uns natürlich die Frage gestellt, warum die Täter eine der beiden Frauen in den Fluss geworfen, und die andere in dem Wald liegen gelassen haben..." Rea blickte ihn immer noch an und seinem Blick nach zu urteilen, verstand er immer noch nicht, was ihm der Kommissar eigentlich sagen wollte. Er wurde langsam ungeduldig, Schmidt schien es zu merken. Er fuhr fort: "Nun, es ist nicht ganz so einfach, was ich Ihnen jetzt sagen muss: Sehen Sie, die Kollegen haben nahe der Stelle, an der Lia Dixon gefunden wurde, Blutspuren entdeckt, und diese mit unseren Unterlagen, die wir bereits haben, verglichen - wir konnten dieses Blut eindeutig als Jessica Meurers Blut identifizieren. Die Blutspur, die gefunden wurde, zieht sich von dem Platz, an dem Jess Meurer wohl abgelegt worden ist, bis zu einer erhöhten Klippe hin, die direkt an den Fluss angrenzt. Dort hört sie auf, aber wir können uns denken, dass die junge Frau dort wohl in den Fluss gestürzt ist. Warum auch immer, das ist die Frage..."

Rea blickte ihn an. Seine Gedanken liefen Sturm. Was versuchte ihm der Kommissar da gerade zu sagen? Dann begriff er langsam und seine Augen wurden groß. Er versuchte, es noch irgendwie anders zu deuten, eine andere Erklärung für das Unfassbare, nein, Unmögliche zu bekommen. "Maybe, maybe die Täter haben sie in die Fluss geworfen? Vielleickt haben sie Jess zuerst auch dort abgelegt, und haben sie dann, weshalb auch immer, doch in die Fluss geworfen?" Robert schüttelte den Kopf: "Nein, wie schon gesagt, das ergibt keinen Sinn; wenn, dann hätten sie Jess sofort in den Fluss geschmissen, oder beide Frauen zusammen. Nein, es macht eher Sinn, wenn sie die beiden jungen Frauen zusammen im Wald abgelegt haben. Aus irgendwelchen Gründen, die ich vielleicht von Ihnen bekommen wollte, hat sich Jess Meurer dann, von eben dieser Stelle aus, zu dem Fluss hingezogen. Man kann es anhand der Spuren erkennen. Es sind nicht "nur" Blutspuren, sondern auch Kriechspuren. Wenn sie hinein geworfen worden wäre, von wem auch immer, hätten wir höchstens Blutstropfen gefunden, aber keine Kriechspuren. Nein, es tut mir leid, aber es ist eindeutig, dass die junge Frau gekrochen ist. Sie ist von dem Ort, an dem sie abgelegt wurde, bis zu dieser Anhöhe gekrochen - und dann anscheinend in den Fluss gestürzt - oder gesprungen... Können Sie mir eine vernünftige Erklärung dafür geben?" Der Kommissar blickte ihn an.

Rea war wie vor den Kopf geschlagen. Ja, ihm kam eine "vernünftige" Erklärung in den Sinn - aber die war so furchtbar, dass er sie nicht glauben konnte, nicht glauben WOLLTE! Der einzige Grund, weshalb Jess das getan hatte; wenn sie, was anscheinend passiert war, aus einer Ohnmacht, oder was auch immer, erwacht war, und dann zu eben diesem Fluss gekrochen war, konnte doch nur sein, dass sie diesen Fluss gehört hatte - und sich ertränken wollte! Nach allem, was mit ihr geschehen war, hatte sie erneut versucht, sich das Leben zu nehmen?! Rea war blass geworden und fiel beinahe an die Wand hinter ihm. "Mr. Garvey? Ist alles in Ordnung?" hörte er den Kommissar fragen, doch dessen Stimme war blass. Seine Ohren sausten, Rea war nahe an einem erneuten Zusammenbruch. Das konnte nicht wahr sein! Nicht, nachdem was sie alles durchgemacht hatte - nachdem sie endlich wieder neuen Lebensmut geschöpft hatte - Rea hatte sich bereits Gedanken darüber gemacht, was passieren KÖNNTE, wenn sie wieder aufwachte, wenn es überhaupt passieren würde DASS sie wieder aufwachte; auch, dass sie erneute Selbstmordgedanken haben könnte. Dennoch hatte er gehofft, dass es vielleicht nicht so sein würde. Doch jetzt war die Hoffnung zerschlagen. So wie es aussah, hatte sie bereits versucht, sich das Leben zu nehmen.. Verflucht noch mal! Dennoch kam ihm dann der Gedanke durch den Kopf, dass sie ja Lia im Stich gelassen hatte. Das konnte er sich doch irgendwie auch nicht vorstellen! Wieso hatte sie Lia im Stich gelassen? Es machte überhaupt keinen Sinn! Aber wenn die Schmerzen zu groß gewesen waren? Die Erinnerungen an früher sie überrannt hatten? Rea hatte zwar keine Ahnung, was die so genannten "Flashbacks" zu bedeuten hatten, aber er konnte sich trotzdem denken, dass Jess' Gefühle und Schmerzen furchtbar gewesen sein mussten. Immerhin hatte er vor noch nicht allzu langer Zeit ihren "Anfall", oder was es auch immer gewesen war, mitbekommen. Vielleicht waren die Schmerzen so furchtbar gewesen, dass sie sich nicht mehr um Lia sorgte, sondern erneut nur daran dachte, nicht mehr leben zu wollen? Er kannte ihre Gedanken und Gefühle noch von früher....

Ihm war schlecht. Dennoch hörte er langsam die Stimme des Kommissars wieder deutlicher, die an seine Ohren drang: "REA! Soll ich einen Arzt rufen? Sie sind ja ganz blass geworden, mein Freund..." Rea blickte in an. "No! Schon okay, geht wieder.. Mein God.." Er atmtet einmal tief durch, dann sagte er: "Ich, ich weiß es nicht, weshalb sie das getan hat - aber ich furchte, ich kann es mir eventuell denken.. Sie hat schon einmal versuckt, sich die Leben zu nehmen.. Vielleickt hat sie das jetzt noch einmal getan? Auch, wenn ich es nicht hoffen, will; alleine, ihretwegen nicht... Aber wenn die Schmerz zu groß war... Die Angst... I don't know..." Rea sank wieder in sich zusammen. Es war alles viel zu viel für ihn. Die Angst um die beiden, dann die Hoffnung, sie könnten es doch schaffen - und jetzt kam die furchtbare Gewissheit dazu, dass Jess erneut in der seelischen Dunkelheit gefangen war. Selbst wenn sie aufwachen sollte, was längst nicht klar war, dann könnte sie erneut gefährdet sein. Eine erneute Gefahr für sich selbst... Rea schloss die Augen. Er sank an der Wand zusammen und begann erneut zu weinen; und es war ihm egal, dass der Kommissar ihm dabei zusah. Er bemerkte es nicht einmal mehr...

Dieser fackelte nicht lange, er suchte Hilfe. Zuerst dachte er an einen Arzt, doch dann fiel ihm Reas Freund ein, der ja bei der anderen jungen Frau war. Er lief auf den Gang, der direkt nebenan war, doch bevor er an Jess' Türe angekommen war, fiel ihm die junge Frau auf, die ebenfalls gerade dort ankam und gerade eintreten wollte. Vielleicht war das die Psychologin, von der Rea gesprochen hatte? "Frau Goldhaar?" fragte er aufs Geratewohl. Diese hatte gerade zu Mittag gegessen und wollte nun wieder zurück zu Alec - als sie von jemandem, für sie fremdes, angesprochen wurde. "Ja?", fragte sie etwas verhalten, und Robert beeilte sich, ihr zu sagen wer er war und was er von ihr wollte. Jennifer ließ alles stehen und liegen und beeilte sich, mit ihm mitzukommen, als sie hörte, dass es Rea sehr, sehr schlecht gehen würde - die Probleme waren wohl auch bei ihm jetzt seelischer Art. Sie konnte sich daran erinnern, dass sie vorab bei ihm abgeblitzt war, aber da ging es um Lia - jetzt ging es wohl um Jess, da hatte sie die Hoffnung, dass es besser mit ihm laufen würde.
Als die beiden ankamen, saß Rea immer noch an der Wand und ließ seinen Tränen freien Lauf. Jennifer sah, wie fertig er war. Er brauchte frische Luft! "Ich kümmere mich um ihn. Haben Sie noch weitere Fragen an ihn, oder war es das?" fragte sie den Kommissar, wohl ein wenig zu forsch, wie er meinte. "Nein, das war's. Über alles andere kann ich noch nicht reden", antwortete er. "Gut, dann würde ich sagen, Sie gehen jetzt. Danke." Der Kommissar nickte, dann verließ er die Klinik. Er hatte noch genug zu tun, alleine um sich mit seinen Kollegen abzustimmen, was sie nun bezüglich der festgenommenen Bande machen sollten. Die Vernehmungen standen noch aus und er wollte dabei sein! Was er Rea nicht gesagt hatte, und auch nicht sagen würde war, dass mindestens einer der Typen geflohen war. Die Festnahme war ein einziges Kuddelmuddel gewesen, es wurden in der Tat einige der Täter erschossen - und mindestens einem der Typen war die Flucht gelungen. Sie hatten ihn nicht wieder einfangen können. Die Fahndung stand aus. Und niemand konnte sagen, ob dieser eine vielleicht der Psychopath gewesen war, der ihnen durch die Lappen gegangen war... Wie sollte Robert DAS nur Rea erklären? Am besten gar nicht; nicht in DEM Zustand, in dem der arme sich gerade befand. Sie mussten den Geflohenen finden. So schnell wie möglich! Robert machte sich an die Arbeit...

Währenddessen kümmerte sich Jennifer um Rea. Schweigend nahm sie ihn hoch und Rea ließ es dieses Mal geschehen ohne sich zur Wehr zu setzen. Sie führte ihn aus dem Krankenhaus hinaus, und beide setzten sich im Park desselbigen auf eine Bank. Dann ließ sie ihn ein wenig in Ruhe, so lange bis seine Augen langsam wieder klarer wurden und er zu begreifen schien, dass er an der frischen Luft war. Und jemand neben ihm saß.. Er blickte Jennifer an und sagte: "Oh, sorry, I didn't get you, to be honest. I'm sorry..." "Schon gut, kein Problem. Rea, der Kommissar hat mir schon einiges erzählt.. Über Jess, und dass sie vermutlich wieder einen neuen Selbstmordversuch begangen hat? Denkst du das wirklich?" sie sah ihn an. Rea senkte den Blick. "Was soll ich denn sonst glauben? Die Kommissar hat mich gesagt, dass sie Jess und Lia an die selbe Stelle im Wald abgelegt haben - nebeneinander! Weshalb sollte sich Jess sonst in die Fluss geworfen haben? Sie war im Fluss! Als einzige! My God.. Und ich dachte, es wäre vorbei... Jetzt fängt die ganze Shit wieder an.. I can't stand this any more..."

Jennifer sah ihn an und man merkte auch ihr an, dass es ihr nahe ging. Dann riss sie sich zusammen; SIE war hier um Hilfestellung zu geben, sie durfte nicht auch noch durchdrehen. "Also, zuerst einmal: keiner von uns weiß wirklich, weshalb Jess das getan hat. Vielleicht gibt es einen ganz anderen Grund? Wir können es nur von ihr erfahren, und das werden wir nur, wenn sie erwacht und wir sie fragen können." "IF she awakes", flüsterte Rea, und Jennifer antwortete zuerst nicht. Dann atmete sie tief durch und sagte erneut: "Ja, WENN sie erwacht! Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben.. Das sagtest du doch immer, oder? Verlier nicht den Glauben, Rea - das ist das Schlimmste, was du tun kannst!" Rea blickte sie an und dann lächelte er. Es war ein trauriges Lächeln, aber es war immerhin eines. Dann sagte er: "I am sorry.. Ich war nicht wirklich nice to you, vorhin, als du versuckt hast, mich zu trösten, bei Lia... Ich weiß nicht, ob Lia deine Hilfe annehmen wird, das wird, wie schon gesagt, ihre Entscheidung sein - falls sie dazu kommt, diese zu machen.. Aber ich danke dir, for deine Angebot!" Dieses Mal klang es ehrlich. Jennifer nickte. "Kein Problem. Und ich war vielleicht ein wenig zu aufdringlich. Ich werde es Lia jedenfalls anbieten, wenn sie aufwacht und dazu in der Lage ist, zuzuhören. Dann werden wir weiter sehen. Und was Jess angeht: Sollte sie ebenfalls dazu in der Lage sein, werde ich mich wieder mit ihr beschäftigen. Wir haben es schon einmal geschafft, Rea! Wenn sie wirklich wieder in dieser Verfassung ist wie vor drei Jahren, dann werde ich ihr da erneut heraus helfen. Sie hat es damals geschafft - sie schafft es auch jetzt wieder!" Der Ton in ihrer Stimme war zuversichtlich. Und Rea hob den Kopf und blickte gen Himmel. Sie hatte Recht! Er durfte die Hoffnung nicht aufgeben! Wenn es wirklich so war, wie er befürchtete, dann würden sie es erneut gemeinsam schaffen, Jess wieder ins Leben zurück zu holen. Vorausgesetzt, ihr körperlicher Zustand ließ sie nicht im Stich... "Eines nach die andere", flüsterte er; dann erinnerte er sich wieder daran, was er eigentlich vergehabt hatte, bevor er auf den Kommissar gestoßen war, der ihm diese erneute, grauenhafte Neuigkeit erzählt hatte.
Jetzt wollte er sich erneut einen Arzt schnappen und diesen nach Lias Chancen fragen, wenn er ihr sein Blut zur Verfügung stellen würde. Und wie es überhaupt jetzt um sie stand. Er wusste ja auch noch gar nichts genaues. Die kurzen Informationen am Anfang waren nicht genug gewesen... Also verabschiedete er sich noch einmal von Jennifer, und ging wieder in die Intensivstation...

Auch Jennifer ging zurück und lief jetzt direkt zu Alec, der immer noch in Jess' Zimmer bei ihr weilte. Natürlich hatte sich ihr Zustand nicht verändert. Alec schaute kurz auf, als er Jennifer erblickte. "Ah, da sind Sie ja wieder. Und, wie geht es Rea? Hat sich an Lias Zustand irgendwas verändert?" fragte er sie direkt. Jennifer schüttelte den Kopf. Der Blick, mit dem sie Jess begutachtete, irritierte Alec etwas, und machte ihm Sorgen. "Was ist los?" fragte er sie auch schon. Jennifer seufzte und antwortete, langsam und mit Bedacht: "Nun, so wie es aussieht, gibt es noch mehr, was uns Sorgen bereiten muss, als Lias und Jess' physischer Zustand... Also zuerst einmal, was Lia angeht: Bei ihr sieht es im Grunde genauso aus wie bei Jess: unverändert. Aber Reas seelischer Zustand ist noch schlechter geworden, was natürlich einmal an genau dieser Tatsache liegt, als auch leider an der einer Neuigkeit, die er gerade erst von dem Kommissar erfahren hat - und die leider mit Jess zu tun hat..." Sie blickte erneut auf Jess herab. Das was er hörte gefiel Alec nicht. "Reden Sie nicht um den heißen Brei herum, was ist mit Jess, was Rea von dem Kommissar erfahren hat, und nicht von den Ärzten hier? Eine Vergewaltigung konnten die Ärzte doch definitiv ausschließen - was könnte schlimmer sein als das?" Jennifer blickte ihn an und dann antwortete sie: "Ein erneuter Selbstmordversuch, Alec..."

Alec stand blitzartig vom Stuhl auf, der beinahe umflog und starrte Jennifer einige Sekunden lang an, dann kam es aus ihm heraus: "Bitte was? Wie kommen Sie darauf?" "Setzen Sie sich bitte wieder hin, Alec..." "Ich will nicht sitzen! Ich will wissen, wie Sie darauf kommen, dass Jess versucht haben soll, sich das Leben zu nehmen? Woher können Sie das wissen?"
"Wenn Sie ausreden lassen, dann erkläre ich es Ihnen. Also, der Kommissar hat Rea erzählt, dass sie Spuren gefunden haben, dass beide Frauen nebeneinander an einer Stelle im Wald abgelegt wurden. Dann wurden anscheinend blutige Kriechspuren gefunden, die eindeutig von Jess stammen. Und diese Spuren gehen von ihrem Ablageort zu eben diesem Fluss,  zu einer erhöhten Klippe, über die sie wohl gesprungen sein soll.. Ob es wirklich so war, und ob sie sich in der Absicht sich das Leben zu nehmen, dort hinunter gestürzt hat, wissen wir natürlich nicht genau, allerdings befürchte ich es beinahe. Auch, wenn ich gerade versucht habe, Rea etwas Mut zu machen, so denke ich auch, dass es so gewesen sein könnte. Das Erlebte war vermutlich zu viel für sie. Dann die Flashbacks, die sie hat, wenn sie diese bereits in der Gefangenschaft hatte...
Nun, es gäbe natürlich auch noch die Möglichkeit, dass sie so etwas wie Halluzinationen gehabt hatte. Panikzustände; vielleicht hat sie sich auch verfolgt gefühlt und ist deswegen immer weiter gerobbt? ich weiß es nicht. Die Wahrheit werden wir nur heraus finden, wenn wir sie befragen, und ob wir jemals dazu kommen werden, wissen wir nicht.. Es tut mir so leid. Auch ich hätte mir gewünscht, sie wäre wieder die alte Jess. Doch ich fürchte, das wird sie niemals wieder sein..." Sie blickte beinahe mitleidig auf die junge Frau. Alec hatte sich wieder auf den Stuhl gesetzt. Er war gelinde gesagt geschockt. Das durfte einfach nicht wahr sein; und er wusste nicht, was schlimmer war: Der Gedanke, dass sie wieder bei Null stand, und sie es nicht ausgehalten hatte - oder sie sich vorgestellt hatte, dass sie jemand verfolgte, der gar nicht da war... Oder hatte sie vielleicht wirklich jemand verfolgt? Aber das machte keinen Sinn, dann hätte man sie doch vorher nicht dort abgelegt. Vermutlich um zu sterben... Alec schloss die Augen und unterdrückte einen Aufschrei. Wann würde das endlich aufhören? Das Leid, was Jess - und auch Lia - widerfuhr? Warum? Er konnte es nicht verstehen. Dann blickte er wieder zu Jennifer, und fragte: "Wo ist Rea jetzt? ich glaube, ich muss zu ihm..." Jennifer schüttelte den Kopf: "Nein, bleiben Sie hier. Er ist wahrscheinlich wieder bei Lia. Es geht ihm jetzt ein wenig besser und er kommt klar, denke ich. Wir sollten bei Jess bleiben, falls sie doch aufwachen sollte, muss jemand bei ihr sein... Ich werde hier sein, wenn sie wach wird, braucht sie meine Hilfe." "WENN sie wach wird..." murmelte Alec. Auch er dachte dasselbe wie Rea. Langsam verlor er seine Hoffnung. Wieder blickte er auf die Monitore und das Beatmungsgerät; die Töne hatten sich die ganze Zeit nicht verändert, und es machte ihn ebenfalls langsam wahnsinnig; auch, wenn er wusste, dass es immerhin Zeichen waren, dass sie noch lebte...

About Me

Christal, 31
Traumland