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Es waren einige Tage vergangen, in denen sich der Zustand der jungen Frauen langsam besserte. Sie waren immer noch nicht wirklich gesund, aber es ging ihnen - zumindest körperlich - doch wieder besser. Die Ärzte waren zufrieden mit ihrer Konstitution, und so langsam wurde es an der Zeit, die beiden zu entlassen.
Rea fühlte natürlich auf der einen Seite Erleichterung, auch er merkte die Verbesserung ihres physischen Zustand, auf der anderen Seite war er aber immer noch besorgt wegen ihrer Psyche. Natürlich war Jennifer immer noch jeden Tag bei Jess und redete mit ihr; aber an Lia kam sie nicht heran. Und auch Rea hatte das Gefühl, dass Lia sich ihm gegenüber verschloss. Aber er konnte nichts dagegen tun. Er versuchte es ab und an einmal, aber man merkte dann sofort, dass es keinen Sinn hatte. Irgend etwas gärte in ihr, das er nicht begreifen konnte...
Jess hatte in den letzten Tagen die Geschehnisse um Lia und Valerie, und was sie miteinander besprochen hatten, erfolgreich verdrängt. Sie hatte glücklicherweise seit dem letzten Schub auch keinen Flashback mehr bekommen, was sie, und auch die anderen, sehr erleichterte. Und sie war froh darüber, dass Jennifer immer noch bei ihr war, um über das Geschehene zu reden. Allerdings bemühte sie sich doch, noch nicht ZU viel von ihren Gefühlen preiszugeben, denn irgendwo in ihr drin gärte doch ein gewisses Misstrauen gegenüber Lia, das vorher nicht da gewesen war. Und auch Jennifer war klar, dass es besser wäre, wenn sie beide im privaten Umfeld miteinander reden würden.

Dann war es soweit, und Jess und Lia wurden entlassen. Natürlich waren lediglich ihre physischen Wunden so gut wie ausgeheilt, für ihren psychischen Zustand waren die Ärzte nicht verantwortlich. Dennoch gab es keinen Grund mehr, die beiden zu behalten.
An dem Tag, an dem sie entlassen wurden, wollte Rea den Oberarzt noch etwas fragen. Ihm schwebte schon eine ganze Zeit lang eine Frage im Kopf herum; es bezog sich auf Jess' und Lias Narben. Er musste wissen, ob es eine Möglichkeit gab, diese zu beseitigen. Denn die Wunden waren zwar mittlerweile verheilt, aber die Narben waren natürlich noch da - und würden es vermutlich auch bleiben. Bei beiden. Und auch, wenn diese bei Jess und Lia unterschiedlich waren, so wusste Rea natürlich, dass beide darunter litten. Jess hatte lange Striemen an den Unterarmen, vor allem dort, wo dieser Bastard besonders tief eingeschnitten hatte. Und bei Lia war es eindeutig zu erkennen, dass es Narben von Rasierklingen waren. Und das schlimmste war selbstverständlich das große "RICK" auf ihrem Arm... Als die Ärzte die Verbände entfernt hatten, denn das mussten sie, als die Wunden geheilt waren, und auch, um die Wunden mit Salben einzureiben, konnten die jungen Frauen und auch Rea und Jennifer, die dabei gewesen waren, ebenfalls sehen, wie furchtbar es immer noch aussah. Und vermutlich immer aussehen würde.
Jess hatte geweint, als sie ihre Unterarme gesehen hatte - und Jennifer erinnerte sie an den Ratschlag ihrer Freundinnen, auf ihr Drachen-Tattoo zu schauen, was diese dann auch getan hatte. Trotzdem merkte Rea natürlich auch, wie sehr die Kleine litt, und in ihm zog sich alles zusammen. Er dachte an Lia, die ebenfalls auf ihre Narben geschaut hatte - doch in ihrem Gesicht war keine Regung zu erkennen gewesen. Sie hatte auch nichts gesagt, und Rea wusste nicht einmal, ob sie etwas fühlte, oder nicht; was ihm ebenfalls Sorgen bereitete. Er wusste nicht, was er davon halten sollte...

Schließlich sprach er einen der Ärzte an. Es war der Oberarzt der Station: "Wait! Please, I want to talk to you for a second. Kann ich kurz mit Ihnen sprechen?" Der Arzt sah ihn an: "Ich habe jetzt eigentlich nicht viel Zeit... Worum geht es?" Rea beeilte sich, ihm sein Anliegen vorzutragen. Der Arzt blickte ihn einige Sekunden lang an, ohne ein Wort zu sagen, dann antwortete er, langsam und bedächtig: "Also, um ehrlich zu sein... Sie wissen selbst, wie schwer ihre Verletzungen diesbezüglich sind. Die Narben sind bei beiden Frauen sehr tief in die Epidermis eingeritzt. Die etwas oberflächlichen haben wir ja bereits beinahe wegbekommen, aber der Rest ist bis in die untersten Hautschichten eingedrungen; sowohl durch das Messer bei der einen, als auch durch die Rasierklinge bei der anderen. Aber das wissen Sie ja bereits." Er wartete Reas Antwort nicht ab, sondern fuhr fort: "ich will ehrlich zu Ihnen sein; es wird sehr schwer werden, diese zu beseitigen..." Dieses Mal war es Rea, der ihm ins Wort fuhr: "Sie sagen "schwer"? Also nicht unmöglich?" Der Arzt schüttelte den Kopf. "Nein, "unmöglich" ist es nicht. Zumindest nicht, sie so weit zu "beseitigen", dass sie kaum noch zu erkennen sind. Ganz fort werden sie nie mehr sein, insbesondere die tiefsten von ihnen; aber man könnte sie mit Operationen so weit in den Griff bekommen, dass sie kaum noch erkennbar sind.." "This is great", freute sich Rea, "when können Sie dies in Angriff nehmen?"

Der Arzt blickte ihm ins Gesicht: "Hören Sie, Mr. Garvey - ich habe gesagt, man "könnte"; aber ehrlich gesagt ist diese Behandlung sehr aufwendig und kostenintensiv... Und es ist auch nicht mit einem Mal getan..." Weiter kam er nicht, wieder fiel ihm Rea ins Wort: "Kosten spielen keine Rolle! Ich übernehme alles! For beide! Horen Sie, ich mochte wirklich, dass die beiden die beste Behandlung bekommen, die ihnen zur Verfügung steht - und when dies bedeutet, dass ich zahlen muss, dann werde ich dies tun! When konnen Sie die Behandlung - oder OP, whatever - beginnen?"
Der Oberarzt schüttelte den Kopf: "So schnell geht das nicht. Und auch nicht hier. Es gibt eine extra Klinik dafür, hier in der Nähe. Aber die Wartezeiten sind lang.. Da Ihr Fall jetzt nicht so dramatisch ist - es gibt dort weitaus schlimmere Fälle, auch, wenn Sie mir dies vielleicht jetzt nicht glauben - wird es wohl mindestens zwei bis drei Monate dauern, bis wir für die beiden jungen Frauen einen Platz bekommen können. Aber ich kann Ihnen zumindest versprechen, die beiden dort schon einmal anzumelden; und mich dafür einzusetzen, dass sie so schnell wie es geht, aufgenommen werden. Mehr kann ich leider nicht für sie tun. Und Sie versichern mir, dass Sie alle Kosten übernehmen werden? Ich sage es Ihnen noch einmal: Billig wird das nicht werden..."
Rea blickte ihn an. Er war schon ziemlich angepisst, denn er hatte sich etwas anderes erhofft. So lange würde es noch dauern? Zwei bis drei Monate - und das war vermutlich noch das Minimum.. Und er wusste, wie sehr die beiden in der Zwischenzeit darunter leiden würden, mit diesen furchtbaren Entstellungen herum laufen zu müssen...
Dennoch war er froh, dass es überhaupt einen Hoffnungsschimmer zu geben schien, etwas dagegen tun zu können. Dann antwortete er dem Arzt: "Sie brauchen sich kein Sorgen bezuglich die Ubernahme der Kosten zu macken; ich werde fur alles aufkommen! Please nehmen Sie Kontakt zu diese Klinik auf, und versuchen Sie alles, um so schnell wie moglich ein Platz for meine Girls zu bekommen. Ich wunsche mir, dass sie so gut wie es moglich ist, von diese furchtbare Narben befreit werden." Und der Arzt nickte schließlich und sagte dann abschließend: "In Ordnung, ich werde sehen, was ich tun kann. Wenn ich genaueres weiß, werde ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen. So, und nun muss ich gehen. Bis dann." Und er ließ Rea stehen und setzte seine Visite fort.

Rea wurde von unterschiedlichen Gefühlen überwältigt. Hatte er eine Lösung gefunden, die beiden von diesen grausamen Missbildungen zu befreien? Und sollte er es ihnen jetzt schon sagen? Zuerst wollte er es, doch irgendwie hielt ihn doch noch etwas davon ab. Noch hatte er zwar die Zusage des Arztes, sich für ihn, beziehungsweise sein Girls, einzusetzen, doch die Zusage, dass sie tatsächlich die Plätze in dieser Klinik hatten, das hatte er noch nicht. Und solange er dies noch nicht wusste, würde er noch nichts wagen. Aber sobald ihm der Arzt dies bestätigte, konnte er es kaum erwarten, sowohl Jess, als auch Lia, endlich diese großartige Mitteilung zu machen.
Mit einem recht unbeschwerten Gefühl ging er dann schließlich in das Zimmer der beiden, denn es war gleichzeitig der Tag, an dem sie entlassen werden sollten. Jennifer war bereits bei ihnen, und hatte Jess geholfen, sich fertig zu machen, und auch Dana auch die Jungs und Dana und Steffi waren gerade angekommen. Sie alle freuten sich, dass die beiden endlich aus dem Krankenhaus entlassen wurden, und Dana und Steffi hatten alles in ihrer Wohnung so zurecht gemacht, dass Jess sich dort wohl fühlen würde. Die beiden hatten es auch so eingerichtet, dass Dana wieder mit Jess zusammen im großen Wohnzimmer schlafen würde, und Steffi im Kleinen. Und so freute sich natürlich auch Jess, endlich nach Hause zu kommen. Sie konnte es kaum noch aushalten; obwohl sie tief in sich drin eine Schmerz fühlte, den sie nicht wirklich thematisieren konnte. Sie hatte in den letzten Tagen versucht, es zu vermeiden, auf ihre Unterarme zu schauen; aber ab und an geschah es trotzdem. Und immer, wenn sie ihre Narben sah, füllten sich ihre Augen mit Tränen, auch, wenn sie es versuchte, es zu unterdrücken, alleine schon wegen Lia... Doch es klappte nicht immer. Und wenn sonst niemand bei ihr war, oder sie meinte, Lia würde schlafen, dann weinte sie tatsächlich.  So leise es ihr möglich war, und sie hoffte inständig, dass Lia es nicht mitbekommen würde. Denn obwohl sie sich - einigermaßen erfolgreich - versucht hatte, einzureden, dass alles, was sie vor einiger Zeit gehört hatte, nur eingebildet gewesen war, konnte sie sich einen kleinen Restzweifel nicht erwehren. Und wenn es doch nicht so gewesen war? Wenn das, was sie meinte gehört zu haben, wahr gewesen sein sollte? Doch sie zwang sich, nicht daran zu glauben. Nein! So konnte Lia einfach nicht sein! Und das andere, mit der Waffe? Immer wenn sie daran dachte, zwang sie sich ebenfalls, an etwas anderes zu denken. Und jetzt war endlich der Tag gekommen, an dem sie entlassen werden würde. Und sie freute sich, als Jennifer und ihre Freunde kamen, und mit ihnen auch Rea, der natürlich sowohl zu ihr, als auch zu Lia ging, die sich ebenfalls fertig gemacht hatte. Viel miteinander gesprochen hatten die beiden in den letzten Tagen nicht. Lia war ziemlich still gewesen, und Jess fragte sich, ob alles mit ihr in Ordnung war. Sie fröstelte. Vermutlich nicht... Mit ihr war ja auch nicht alles in Ordnung. Aber sie hatte Jennifer, die ihr angeboten hatte, auch weiterhin für sie da zu sein. Doch wen hatte Lia? Eigentlich nur Rea... Jess hoffte, dass dies ausreichen würde, und sie nahm sich vor, trotz ihrer Zweifel, die tief in ihr wucherten, später einmal mit Lia Kontakt aufzunehmen, und mit ihr zu reden. Alleine, unter vier Augen. Vielleicht würde sie dann mehr von sich Preis geben? Wie auch immer, jetzt ging es erst einmal nach Hause, und zumindest ihre Freundinnen und die Jungs waren guter Dinge, und es gelang ihnen tatsächlich, Jess zumindest ein wenig aufzuheitern. Und so fuhren schließlich Alec und Sascha die Mädels nach Hause - Jennifer hatte sich herzlich von Jess verabschiedet, nicht ohne ihr noch einmal zu versichern, dass sie sie jederzeit anrufen konnte. Und Rea war bei Lia geblieben, um auch sie endlich in ihr gemeinsames zu Hause bringen zu können. Was zumindest er kaum erwarten konnte. Doch wie Lia sich gerade fühlte, konnte er beim besten Willen nicht erkennen. Sie ließ sich ihre Gefühle nicht anmerken, und langsam wünschte er sich, sie hätte ebenfalls Kontakt mit Jennifer geknüpft. Immerhin hatte diese es ja auch geschafft, Jess' Schale zu knacken. Aber er wusste, dass Jennifer von Lia niemals akzeptiert werden würde, und so blieb ihm nichts anderes übrig, als es eventuell selbst zu versuchen.  Jetzt aber war er glücklich, mit ihr zusammen in ihr Heim fahren zu können. Endlich wieder zu Hause...

 

In der Zwischenzeit war es mit Rick ebenfalls bergauf gegangen. Er erholte sich verhältnismäßig schnell von seinen Verletzungen. Nachdem er ziemlich lange im Tiefschlaf gelegen hatte, wurde er endlich wach. Natürlich waren die Schmerzen immer noch grauenhaft, und er bereute es, diejenige abgeknallt zu haben, die ihn gepflegt hatte. Auch fiel ihm irgendwann wieder ein, dass er ja auch das Mädel im Schrank vermutlich ausgepustet hatte; zumindest  war die Wahrscheinlichkeit groß, denn erstens hörte er nichts mehr, und zweitens war der Schrank, in dem sie eingesperrt war, so klein, dsas es einem Wunder gleich käme, wenn die Kugeln sie nicht getroffen hätten.
Schließlich nahm er sich vor, einmal nachzusehen, sobald er sich endlich wieder bewegen konnte. Schließlich war es irgendwann so weit. Er zwang sich regelrecht, sich aufzurichten. Auch, wenn er wieder anfing zu schwitzen, und auch seine Wunden wieder anfingen zu bluten. Dennoch wusste er, dass es nötig war, es zu tun. Außerdem merkte er auch, dass er sich neue Vorräte zulegen musste. Es gab zwar alte Essensvorräte, in eben diesem Schrank, in dem das Mädel steckte, aber erstens waren diese uralt, und zweitens reichten die höchstens für ein paar Tage, wenn überhaupt.
Als er es vor Hunger nicht mehr aushielt - er wusste schon gar nicht mehr, wann er das letzte Mal etwas gegessen oder getrunken hatte - zwang er sich tatsächlich von der Liege herunter. Zuerst fiel er auf den Boden, doch auch da zwang er sich hoch. Mit schmerzverzehrtem Gesicht lief er zum Schrank herüber. Mit leichter Anspannung öffnete er die Tür - und das Mädchen fiel ihm entgegen. Natürlich war sie tot. Wie er es sich bereits gedacht hatte. Irgendwie tat es ihm schon leid, nicht wegen des Mädchens, die war ihm herzlich egal, aber er hatte schon darüber nachgedacht, was er noch mit ihr anstellen könnte, sobald er wieder besser drauf sein würde.. Das konnte er jetzt vergessen. Aber auf der anderen Seite war dies um so besser - dann hatte er noch mehr, was er sich für diese Hure Jess aufheben konnte - SEINE Hure...
Schließlich zog er das Mädchen, dessen Namen ihm entfallen war, zur Seite und nahm ein paar Päckchen mit hartem, eingepackten Zwieback aus einem der Regale. Viel mehr gab es nicht, doch es reichte erst einmal, um seinen gröbsten Hunger zu beseitigen. Dann merkte er, dass er wieder auf die Liege zurück musste. Trinken musste er auch, der Zwieback war staubtrocken und er musste husten. Rick zwang sich, noch einmal aufzustehen und nach etwas trinkbarem zu suchen. Auch hier fand er einige Plastikflaschen mit Wasser, und verschluckte sich. Er erstickte beinahe, doch irgendwann hörte auch das auf. Dann ging es ihm besser. Zumindest was das anging, der Hunger und der Durst waren gestillt, doch körperlich war er immer noch - oder wieder - schwach. Und die Schmerzen waren wieder da...

Rick legte sich erneut auf die Liege und schlief noch einmal ein. Vielleicht wurde er auch erneut ohnmächtig, er wusste es nicht, als er Stunden später wieder aufwachte. Doch das war ihm auch egal. Nun wusste er, dass er sich zusammen reißen, und von hier verschwinden musste. Die Wahrscheinlichkeit war zwar groß, dass diese Hütte hier niemand kannte, aber er hatte erneut drei Menschen getötet, und irgendwann würde man vielleicht deren Spuren folgen. Und dann kam man auch auf ihn. Und so riss er sich erneut zusammen, suchte sich neues Verbandsmaterial, mit dem er seine Wunden neu einwickelte, die alten Verbände waren blutdurchtränkt; und nahm noch ein paar Packungen Zwieback mit, und natürlich auch den Rest des Wassers, und auch den Verbandskasten, von dem schon die Hälfte fehlte...
Langsam schlich er sich davon. Es war mühsam, aber es war möglich. Und irgendwann sah er einen Hof, in weiter Ferne. Er hatte keine Ahnung, wie weit er schon gelaufen war, aber er merkte, wie ihm der Schweiß aus allen Poren ausbrach, und er wusste, dass er nicht mehr lange durchhalten würde. Also lief er, so schnell es ging, auf diesen Hof zu - und zuerst dachte er daran, in das Haus einzudringen und auch dort die Bewohner dazu zu zwingen, ihn zu verarzten. Doch dann hielt er das doch nicht für so eine gute Idee. Was war, wenn es jemanden auffiel? Er konnte nicht alle Menschen töten, die ihm über den Weg liefen. auch, wenn ihm dies definitiv nichts ausmachte. Aber es würde irgendwann schon auffallen...
Also entschied er sich dafür, erst einmal in den angrenzenden Stall zu flüchten, und sich dort zu verstecken. Er konnte nur hoffen, dsas sich jetzt niemand dort aufhielt. Und er hatte Glück. Der Stall war verlassen - von den Tieren natürlich einmal abgesehen. Es waren Kühe dort, und in einer Ecke, den Kühen gegenüber, stand das Heu, aufgeschichtet und zur Fütterung bereit. Rick musste würgen, denn er roch auch die Hinterlassenschaften der Tiere... Es roch nach Gülle, und ihm war schlecht, doch er hatte keine andere Wahl, als hier zu bleiben Für wie lange wusste er nicht, und ob er nicht doch einmal jemanden "brauchen" würde, auch nicht; aber jetzt legte er sich erst einmal ins Heu, und vergrub sich dort. Tief unten, so tief, dass er erst einmal keine Ahnung hatte, wie er noch atmen konnte... Doch er fand ein kleines Loch, durch das er schauen, und auch atmen konnte; aber er war dennoch tief genug, um nicht gesehen zu werden. Das hoffte er jedenfalls. Und er wusste auch, dass er sich irgendwann auf die Suche nach etwas zu Essen machen musste; sein Zwiebackvorrat ging zur Neige, und das Wasser ebenfalls. Doch noch war es zu früh. Am Tage konnte er nirgendwohin, doch er nahm sich vor, in der Nacht in dieses Haus einzusteigen, und dort nach Essen zu suchen. Wenn er Glück hatte, bemerkte ihn niemand, und wenn doch, dann musste er sich eben auch diesen Leuten entledigen. Aber noch war es zu früh. Langsam dämmerte Rick auch in seinem neuen Versteck fort, und als er aufwachte, war es tatsächlich dunkel geworden.

Er merkte, dass er vor Hunger und Durst fast einging, und er hatte genug von Zwieback und Wasser! Also stieg er langsam aus dem Heuhaufen auf - und musste erst einmal einen Schmerzensschrei unterdrücken. Er hatte die letzten Stunden seine Schmerzen gar nicht mehr gespürt, dafür kamen sie jetzt mit Gewalt zurück. Rick versorgte sich erneut, mit den Verbänden aus dem Kasten, den er mitgenommen hatte, doch viel war nicht mehr übrig geblieben. Auch da sollte er einmal schauen, ob es in dem Haus vielleicht so etwas gab. Und so machte er sich auf den Weg, so gut es ihm möglich war. Er schlich und humpelte dabei, denn sein Bein blutete zwar nicht mehr so stark wie zuvor, aber es schmerzte noch immer höllisch. Genauso wie sein Arm und sein... Aber an das andere wollte Rick jetzt nicht denken. Das würde schon wieder. Spätestens, wenn er seine kleine Hure wieder in den Händen hatte, würde ihm sein "Ding" schon wieder gute Dienste leisten, davon war er überzeugt..
Doch bevor er sich an diesen Plan machte, hatte er einen anderen. Es wurde Zeit, sich zu überlegen, was er mit dem anderen Weibsbild anstellen würde. Dieser LIA... Noch war es nicht soweit, Noch war ER nicht so weit hergestellt; aber wenn er so weit war, würde er sie sich vornehmen. Und dann gab es keine Gnade... Dagegen war das, was sie schon hinter sich hatte, gar nichts! Und wenn er mit ihr fertig war - DANN würde er sich die andere erneut vornehmen. Und darauf freute er sich. Sie würde die Belohnung sein, für alles, was er zu erleiden gehabt hatte!
Doch nun musste er erst einmal für Nachschub sorgen. Er hatte sich umgesehen - direkt die Haustür aufzubrechen war ihm zu riskant. Dann fand er an der Rückwand des Hauses, einen Seiteneingang. Und es gelang ihm, die Tür aufzubrechen, ohne große Spuren zu hinterlassen. Er war stolz auf sich. Langsam schlich er durch das Haus, glücklicherweise schienen die Bewohner zu schlafen. Rick suchte sich alles zusammen, was er brauchte, und als er sowohl Essen, als auch zu Trinken gefunden hatte, lief er noch ins Badezimmer und nahm sich Verbandszeug mit. Schließlich war er fertig und ging auf dem gleichen Weg raus, wie er gekommen war.
Er lief zum Stall, und obwohl es ihn anwiderte, vergrub er sich erneut ins Heu, nachdem er erst einmal ausgiebig gegessen und getrunken, und erneut seine Verbände gewechselt hatte. Langsam fühlte er, dass es ihm besser ging, und so verbrachte er tatsächlich mehrere Tage auf diese Weise, ohne dass er jemandem auffiel. Ob sich die Familie, die in diesem Haus lebte, nicht wunderte, dass jemand die Essensvorräte klaute, wusste Rick nicht, aber er wurde die ganze Zeit über nicht bemerkt. Auch nicht, als ab und zu jemand in den Stall kam, um die Tiere zu versorgen.

Schließlich merkte Rick, dass es ihm besser ging, und dass die Zeit gekommen war, seine Pläne, die die ganze Zeit in ihm schlummerten, in die Tat umzusetzen. Die Zeit, sich die Frauen zurück zu holen, war gekommen. Zuerst die eine, dann die andere. Und beide hatten ihre "besten" Zeiten noch vor sich. Er leckte sich die Lippen, als er daran dachte, was er tun wollte. Doch wie sollte er es nun genau anstellen? Dass sie vermutlich nicht mehr im Krankenhaus waren, konnte er sich denken - sie waren sicherlich wieder in ihrem zu Hause; und dann vermutlich auch nicht alleine! Und er musste wieder irgendwie zurück kommen, denn der Weg zu ihnen war weit.
Da konnte er nicht mal eben hin laufen... Noch hatte er keine Idee, wie er es anstellen sollte, aber ihm würde schon etwas einfallen. Und langsam merkte er, dass es Zeit wurde. Er musste, und wollte, weg von hier...

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Christal, 31
Traumland